Wilde Störche erobern den Jaderpark

Ein Vogel unserer Heimat hat es uns besonders angetan und das ist der Storch. Immerhin steht er laut Legende für das Bringen der Babys und taucht in unzähligen Bildern und Geschichten auf.

Besucht man in diesen Tagen den Jaderpark bekommt man neben dem eigentlichen Grund des Besuchs ein ganz besonderes Schauspiel geboten. 18 wilde Störche haben sich hier versammelt und sind intensiv mit dem Bau eines Nestes beschäftigt. Momentan zählen wir 13 Nestbauversuche, wovon eine größere Kolonie in der Nähe des Tropenhauses entsteht. So kann es passieren, dass es beim gemütlichen Rundgang plötzlich über dem Kopf rauscht und ein Storch dicht über einem hinwegfliegt.

Angefangen hat alles im Jahr 2000. In diesem Jahr machte sich das erste Jungtier, welches im Jaderpark geschlüpft war, auf den Weg nach Afrika. Bedauerlicherweise konnten die Eltern nicht mit, weil sie durch Verletzungen flugunfähig wurden und vom Park in Pflege genommen waren. 2005 siedelte sich das erste wilde Storchenpaar an und errichtete auf einem abgestorbenen Baum an der Pinguinanlage eigenständig ein Nest. Dieses Paar zog bis 2017 regelmäßig Junge auf, was sogar durch eine Webcam beobachtet werden konnte. Leider brachte der Sturm „Xavier“ den Nestbaum zum Einsturz. Das Paar hat sich glücklicherweise inzwischen einen neuen Platz ganz in der Nähe erobert. Von diesem Wildpaar und zwei fest im Jaderpark lebenden, die leider nicht fliegen können, sind über die Jahre regelmäßig Jungtiere zur Überwinterung nach Afrika geflogen.

Dankenswerterweise unterstützt von der Storchenpflegestation Wesermarsch in Berne werden die Jungtiere während der Nestlingsphase beringt, so dass wir unter den Heimkehrern in Jaderberg geschlüpfte Vögel erkennen können. Auch eine Wanderung zwischen  „Jaderbergern“ und „Bernern“ ist zu beobachten. Zusätzlich muss man wissen, dass Weißstörche erst mit der Geschlechtsreife ab 3. Lebensjahr das erste Mal aus Afrika zurückkommen.

Schon im vergangenen Jahr konnte im Jaderpark eine große Zuwanderung an Störchen verzeichnet werden, was in dieser Saison einer regelrechten Invasion gleicht. Nun heißt es für die Tierpfleger, die Futterrationen auf den Anlagen für die eigentlichen Bewohner erhöhen, damit alle satt werden. Denn auch die „Gäste“ bedienen sich gern an dieser recht bequemen Nahrungsquelle.

(PM)

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